Rezension

Sehr tiefgehend

Was Sara verbirgt -

Was Sara verbirgt
von Kathrine Nedrejord

Bewertet mit 5 Sternen

Meine Meinung zum Jugendbuch:
Was Sara verbirgt

ACHTUNG es könnten Spoiler sowie Trigger ungewollt gesetzt werden.

Inhalt in meinen Worten:
Wie würdest du dich verhalten, wenn deiner besten Freundin das passiert wäre, was mir passiert ist. Meine beste Freundin ist Vergewaltigt worden. Es ist keine schöne Sache, denn ich verliere Sara. Sie ist nicht mehr die, die sie einst war. Nicht mehr so frech und mutig, wie es einmal der Fall war, sondern anders. Wie, nun das erzähle ich euch in meiner Geschichte. Vielleicht denkst du auch, das ich einen Knall habe, wenn du meine Geschichte liest, aber lass dich darauf ein und vielleicht kann ich dir ja einen Anhaltspunkt geben, wie du mit dem was Sara geschah, umgehen kannst. Schau nicht weg, sondern steh auf, und hol dir Hilfe, wenn es dich selbst oder einen deiner Freunde treffen sollte. 

Wie ich das Gelesene empfinde:
Dank dem Klappentext ist ja klar um was es in dieser Geschichte geht. Sie ist eine Erzählung aus der Ich-Perspektive und wie hilflos, wütend, und zugleich auch wachrüttelnd die Geschichte ist, so sollte es auch in der Realität sein, nicht wegsehen, sondern bewusst hinsehen. Doch wie geht man damit vernünftig um, wenn die allerbeste Freundin abends am Fenster steht und sagt Hilf mir. Wie soll man da vernünftig helfen, wenn man nicht fragen darf, sich vielleicht auch nicht traut, und fassungslos ansieht, wie der Mensch gegenüber sich verändert hat. Wie würdest du damit umgehen?
Lajla geht einerseits sehr naiv an die Sache heran, andererseits gibt sie nicht auf, will dem Täter auf die Spur kommen, und ihre beste Freundin dem Schmerz nicht weiter aussetzen. Das sie dabei erst einmal auf die falschen stößt und die nichts mit der Sache zu tun haben, verdächtigt ist fast nicht vermeidbar. Doch die Wahrheit, wer der Täter ist, ist fast noch unfassbarer als die Tatsache selbst. Denn ein Mensch der dafür da sein sollte junge Menschen zu unterstützen kann das schlimmste Monster deiner Alpträume werden. 

Charakter:
Jedoch muss ich gestehen das ich Lajla das ein oder andere Mal sehr gern geschubst hätte, oder einfach mal zur Resonanz gebracht hätte. Denn eigentlich macht sie durch ihre naive Art erst einmal super viele Fehler. Anderseits empfinde ich sie auch als unglaublich stark, das sie nicht aufgibt, kämpft um und für ihre Freundin und nicht wegsieht sondern hinsieht. Das sie dabei aber selbst fast den Halt verliert und dabei ihre Gefühle kundtut und wie sehr sie leidet das sie ihre beste Freundin an solch einen Menschen verlor ist wirklich gut aufgezeichnet. Ich bin über das Ende erstaunt und welche Schutzmauern sich ein Mensch doch bauen kann, und nach außen ganz andere Fassaden zeichnet als es innen drin aussieht. 
Leider vergisst Lajla das sie noch ein eigenes Leben hat und das auch sie einen großen Traum hat, und ihr Leben weiter geht. Sie gibt sich für Sara fast komplett auf. Was nicht unbedingt klug ist. 

Spannung:
Mit Lajla bin ich auf der Suche nach dem Täter und ich gestehe, das die Autorin mich mehrfach an der Nase herumführte was ich echt genial finde, denn so habe ich genug um selbst zu rätseln, wer denn jetzt der Täter war und wie es mit Sara weiter geht. 

Themen:
Es geht darum eine Vergewaltigung aufzudecken, doch wie geht man damit um, wenn aus der Vergewaltigung mehr entsteht als auf den ersten Blick ersichtlich. Zudem geht es um zwei Jugendliche die lernen müssen mit dem, was ihnen passierte umzugehen, aufzustehen und einen Riegel vor eine Sache zu schieben, doch gar nicht so einfach, wenn man mittendrin steckt. Interessant ist der Gedanke von dem zweiten Mädel, dass das gleiche Schicksal wie Sara teilt, denn sie macht sich selbst Vorwürfe. Doch muss sie das?
Die Themen gehen an die Nieren und lassen nicht locker und könnte für Mädchen/Jungs/Diverse die selbst so etwas erlebten schwer zu verarbeiten sein, deswegen seid vorsichtig beim lesen. Und redet mit Menschen, anstatt alles nur hinein zu fressen. 

Bewertung:
Ich gebe dem Buch fünf Sterne. Nicht unbedingt weil ich es toll finde wie zwei Mädchen zerstört werden, sondern weil es Hilfestellung geben kann, wie man als Freundin aber auch als Betroffene mit der Situation umgehen kann und das man es eben nicht verschweigen darf, und zudem gibt es fünf Sterne weil die Autorin sich wirklich an ein schweres Thema wagt und das auf eine ganz eigene und besondere Art.