Rezension

Toller Roman über Religion und Macht und das Leben der Menschen im Frankreich des 14. Jahrhunderts

Der Klang der Lüge - Liv Winterberg

Der Klang der Lüge
von Liv Winterberg

Bewertet mit 5 Sternen

Seriol, in den Pyrenäen, 1308: Vertrieben und halb verhungert beobachtet die junge Alissende, zusammen mit ihren jüdischen Begleitern Hans und Hugo aus einem Gebüsch heraus die Waschfrauen eines kleinen Dorfes beim Wäschewaschen. Sie beschließt, dass ihre Lage auch nicht schlimmer sein könne, wenn sie mit Keulen erschlagen würde anstatt am Hunger zu sterben und stellt sich den Dorfbewohnern vor.

Unerwartet trifft sie das Schicksal nicht so hart wie befürchtet. Stattdessen nimmt das Dorf sie auf, vor allem der reiche Benoit, sein Sohn und dessen Großmutter. Die Familie ist im Dorf sehr angesehen, doch bald erfährt Alissende, dass die Dörfler Ketzer sein sollen und ein Verräter dies dem nahen Kloster mitgeteilt haben soll. Nun ist sie in der Zwickmühle: Soll sie nun weiterziehen oder bleiben? Die Gefahr, dass die kirchliche Obrigkeit davon Wind bekommt und das Dorf zur Rechenschaft zieht, ist in Zeiten der Inquisition sehr hoch. Hans und Hugo fliehen rechtzeitig, Alissende bleibt, der Sicherheit und Liebe zu einem jungen Schäfer wegen, dort. Bald bahnt sich tatsächlich eine Katastrophe an...

Die Geschichte hat mich sofort mitgerissen. An Nachtschlaf war nicht mehr zu denken. Ich musste unbedingt wissen, ob Alissende noch ihr Glück findet oder ob sie dem Untergang geweiht ist.

Das Buch war wirklich sehr spannend und ich habe es somit in einem Rutsch durchgelesen, was mir ansonsten nicht so häufig passiert.

Mir hat der Roman sehr gefallen: Er ist atmosphärisch dicht, hat überzeugende Figuren, eine spannende Handlung und einen angenehmen Erzählstil. Was will man mehr? :-)

Ich kann ihn jedenfalls auf jeden Fall weiterempfehlen!