Rezension

Spannender Psychothriller

Ausweglos
von Henri Faber

Bewertet mit 3 Sternen

Der Ringfinger-Mörder ist zurück. Doch dieses Mal gibt es einen Überlebenden und die fieberhafte Suche beginnt erneut.

Eine Frau wird bestialisch zugerichtet in ihrer Wohnung gefunden. In ihrer Nähe ein Nachbar, schwer verletzt. Schnell deuten alle Hinweise auf den Ringfinger-Mörder, der vor 10 Jahren bereits brutale Morde verübt wurde und nie gefunden werden konnte. Elias Blom, der damals mit seinem Kollegen Mats den Fall bearbeitet hat, wurde durch das Versagen der Polizei zwangsversetzt, Mats fand komplett den Halt, verlor seinen Job und ist dem Alkohol verfallen.

Doch dieses Mal gibt es einen Überlebenden. Als der Nachbar, Noah, endlich befragt werden kann, wird der Fall jedoch immer wiedersprüchlicher. Sagt Noah die Wahrheit? Oder steckt mehr hinter dieser Tat, als zuerst angenommen?

Die Geschichte finde ich sehr spannend und außergewöhnlich. Mit den Charakteren bin ich leider nicht warm geworden. Elias war mir zu undurchsichtig, auf der einen Seite vor Jahren ein knallharter Profi, nun ein Häufchen Elend, der nicht einmal den Mund aufbekommt, wenn ein Vorgesetzter ihn herabwürdigt. Und dann doch wieder die Alleingänge und der Mut, den Ringfinger-Mörder fassen zu wollen. Noah geht mir auf die Nerven mit der Besessenheit von seiner Frau, diese wiederum ist durch die ausbleibende Schwangerschaft eine verbitterte, hasserfüllte Frau. Der Umgang innerhalb der Mordkommission ist wieder ein anderes Thema, auch hier findet man keine Protagonisten, die einem symphatisch sind oder von denen man mehr lesen möchte.

Der Ausgang der Geschichte ist spannend und endet mit einem Paukenschlag. Gefällt mir sehr gut, ist stimmig und toll erzählt. Den Sterneabzug gibt es wirklich nur für die Charaktere, hier hätte ich mir weniger Drama gewünscht, dafür mehr Tiefgang. Auf jeden Fall lesenswert.