Leserunde

Leserunde zu "Der Brand" (Daniela Krien)

Der Brand -

Der Brand
von Daniela Krien

Bewerbungsphase: 23.07. - 05.08.

Beginn der Leserunde: 18.08. (Ende: 06.09.)

Im Rahmen dieser Leserunde stellen wir – mit freundlicher Unterstützung des Diogenes Verlags – 20 Freiexemplare von "Der Brand" (Daniela Krien) zur Verfügung. Eine Leseprobe zum Buch findet ihr hier.

Wenn ihr eines der Freiexemplare gewinnt, diskutiert ihr in der Leserunde mit, tauscht euch über eure Leseerfahrungen aus und veröffentlicht am Ende eine Rezension zum Buch.

ÜBER DAS BUCH:

Was tun, wenn die Liebe älter wird? Wenn die Entfernung zueinander schwerer wiegt als die Nähe? Leidenschaft und Erotik nur noch eine Erinnerung sind? Wie leicht ist es in der Mitte des Lebens, die großen Beziehungsfragen zu stellen, und wie kann eine Antwort lauten? Reichen die gemeinsam verbrachten Jahre, das gemeinsam Erlebte, die tiefen Gefühle des Anfangs auch dafür, den Weg gemeinsam weiterzugehen? Berührend und klug nimmt uns Daniela Krien in ihrem neuen Roman mit in eine Ehe, in der alles auf dem Spiel steht. Nach beinahe dreißig Jahren haben sich Rahel und Peter verloren. Drei Wochen auf einem einsamen Bauernhof in der Uckermark sollen weisen, ob es für sie noch einen gemeinsamen Weg gibt. Doch in der Gluthitze des Sommers, zwei Städter im Aussteigerdomizil, zwischen marodem Gemäuer und einer Schar versehrter Tiere, geschieht erst einmal gar nichts Positives. Zurückgeworfen auf die Gesellschaft des anderen, nehmen Wut und Hilflosigkeit überhand, Unausgesprochenes und Verdrängtes kommt zutage. Bis das Paar zu einer neuen Verständigung findet, zu neuen Rollen jenseits derer, die sie schon immer füreinander waren – und zu ihrer Liebe.

ÜBER DIE AUTORIN:

Daniela Krien, geboren 1975 in Neu-Kaliß, studierte Kulturwissenschaften und Kommunikations- und Medienwissenschaften in Leipzig. Seit 2010 ist sie freie Autorin, 2011 erschien ihr Roman ›Irgendwann werden wir uns alles erzählen‹, der von Emily Atef verfilmt wird. Ihr letzter Roman, ›Die Liebe im Ernstfall‹, stand monatelang auf der Bestsellerliste und wurde in 25 Sprachen übersetzt. Daniela Krien lebt mit ihren zwei Töchtern in Leipzig.

04.09.2021

Thema: Lieblingsstellen

Thema: Lieblingsstellen
Gittenen Bücherfresserchen kommentierte am 20. August 2021 um 14:38

"In der Küche begegnet sie Peter, der ihr im Vorübergehen kurz über den Arm streicht. Noch Minuten später spürt sie die Berührung, und als sie sich am Tisch gegenüber sitzen, scheint sich der Raum zwischen ihnen verringert zu haben. "
S. 100

Thema: Lieblingsstellen
Hennie kommentierte am 21. August 2021 um 12:42

Das ist eine Stelle, die du ganz berechtigt zitierst. Hier kommt meiner Meinung nach Peters und auch Rahels Sehnsucht nach ganz normaler, beiläufiger Zärtlichkeit zum Ausdruck.

Thema: Lieblingsstellen
Odenwaldwurm kommentierte am 29. August 2021 um 08:45

Ich habe vergessen meine Seiten aufzuschreiben. Aber deine Szene war eine die mir auch gut gefallen hat.

Thema: Lieblingsstellen
le_petit_renard kommentierte am 20. August 2021 um 20:32

S.162
"Für ihn ist Literatur wie ein lebendiges Gegenüber. Manchmal sogar lebendiger als das, was sich vor seinen Augen abspielt. Und im Gegensatz zu Menschen ist sie ihm unentbehrlich."

Thema: Lieblingsstellen
Gittenen Bücherfresserchen kommentierte am 21. August 2021 um 00:10

Vorsichtig dreht sie sich um. Bei jeder Schwimmbewegung gibt sie acht, die Arme unter Wasser zu lassen, und kein Plättchen zu verursachen Punkt dieser Moment gehört ihm allein

Thema: Lieblingsstellen
Jamboo kommentierte am 22. August 2021 um 15:20

Die Stelle fand ich auch sehr schön - wie sie ihm diesen Moment lässt, ohne sich "hineinzudrängen", wie es manch anderer vielleicht getan hätte. Hier ist Rahel deutlich feinfühliger gewesen als in anderen Situationen.

Thema: Lieblingsstellen
Charlotte kommentierte am 29. August 2021 um 12:28

Auch eine meiner Lieblingsstellen. Hier zeigt sich so unverhofft, dass Rahel auch einfühlsam ist, sie nicht nur sich sieht

Thema: Lieblingsstellen
Hennie kommentierte am 21. August 2021 um 12:46

S. 71 ,...Rahel denkt, dass besonders in einer Ehe die Summe des Nichtgesagten die Summe des Gesagten bei weitem übertrifft."

Das stimmt, aber welchen positiven Gewinn ziehen die Beiden daraus?

Thema: Lieblingsstellen
Jamboo kommentierte am 22. August 2021 um 15:22

Das stimmt, aber welchen positiven Gewinn ziehen die Beiden daraus?

Sollten sie das denn? Für mich ist das einfach nur ein Statement.

 

Thema: Lieblingsstellen
Hennie kommentierte am 22. August 2021 um 18:24

An der Stelle im Buch habe ich den Eindruck, dass sich Rahel und Peter gerade nicht viel zu sagen haben. Das ist das, was ich damit zum Ausdruck bringen wollte - egal ob "in einer Ehe die Summe des Nichtgesagten die Summe des Gesagten bei weitem übertrifft". Ihre Partnerschaft ist in dem Moment unter keinem guten Stern. Sie müssen miteinander reden!

Thema: Lieblingsstellen
Gittenen Bücherfresserchen kommentierte am 24. August 2021 um 18:33

Genau sie müssen mehr kommunizieren. Es ist die Summe i h r e r Ehe und ist nicht, oder sollte nicht der Normalfall einer Ehe sein

Thema: Lieblingsstellen
Jamboo kommentierte am 24. August 2021 um 20:43

Ja, jetzt verstehe ich wie du es meinst. Wenn sie die Erkenntnis hat, könnte man annehmen, dass sie es zum Anlass nimmt, mehr zu reden.

Thema: Lieblingsstellen
Jamboo kommentierte am 22. August 2021 um 15:31

In diesem Buch gibt es sehr viele Stellen, die mir besonders gut gefallen haben, einige kluge Sätze habe ich schon in den Leserundenabschnitten zitiert.

Hier entscheide ich mich für eine etwas längere Passage S. 152-153, als sie über Selmas Ehekrise sprechen sich einig sind in ihrer Einschätzung - ohne viele Worte, ich zitiere mal nur die letzten Sätze, es beginnt schon etwas früher, oben auf der Seite:

"... Die Last des guten Lebens", sagt sie und hofft darauf, dass Peter sie ohne weitere Erklärung versteht.

Und er versteht. "Sie haben es heute anders schwer, die jungen Menschen", sagt er.

Dann treffen sich ihre Blicke und bleiben aneinander hängen, und für einen Augenblick glaube Rahel, dass sich alles zum Guten wenden wird."

Thema: Lieblingsstellen
Anna625 kommentierte am 31. August 2021 um 10:14

Das ist eine sehr schöne Stelle, die habe ich mir auch markiert.

Thema: Lieblingsstellen
Charlotte kommentierte am 29. August 2021 um 12:26

"Beim Anblick der Kinder geht ein Leuchten über Selmas Gesicht." Diesen Satz mag ich, weil die chaotische Selma für mich plötzlich Ruhe und Liebe ausstrahlt

 

Thema: Lieblingsstellen
Hennie kommentierte am 29. August 2021 um 20:12

Es sind unzählige Stellen in dem Buch, die mir gefallen haben. Einige wurden schon genannt. Hier habe ich noch zwei bemerkenswerte, mich überzeugende Sätze ausgewählt.

S. 258 „Mit allem, was wir tun, mit jeder kleinsten Handlung formen wir unser Leben und unsere Persönlichkeit.“

„Eine der großen Fehlannahmen unserer Zeit: Dass jeder Mensch bestimmen könne, wer er sei. Jeder Mensch ein kleiner Gott."

Thema: Lieblingsstellen
Nil kommentierte am 01. September 2021 um 08:21

Meine absoluten Liebblingsstellen in diesem Roman sind die folgenden und so reichhaltig, weil das Buch einfach grandios geschrieben ist:

S. 57: „Was sprachlich nicht geformt werden kann, wird ganz sicher nicht gelöst.“

S. 14: „Besonders an schlechten Tagen ist die äußere Vollendung ihre Rüstung gegen die Zumutungen der Welt.“

S. 109: „Wie so viele bewertete auch diese junge Klientin alles mit dem Maßstab des Idealen anstatt des Realen. Die zwingende Folge ist das Scheitern.“

S. 71 „..und Rahel denkt, dass besonders in einer Ehe die Summe des Nichtgesagten die Summe des Gesagten bei weitem übertrifft.“

S.119: „Sie nickt und denkt, dass Menschen, die keine Kinder haben, in gewisser Weise Kinder bleiben. Es können großartige Menschen sein, doch eine bestimmte Dimension wird ihnen immer fehlen.”

S. 136: „Sie ist sich selbst zu viel und wünscht sich, jemand würde ihr die Last des eigenen Daseins für einige Stunden abnehmen.“

S. 142: „Doch zwischen Wissen und Tun steht eine Hürde, und nicht immer hat sie die Kraft, sie zu überwinden.“

S. 152: „Als wäre das Leben eine schwere Bürde. Denn wer alles bekommt und nichts daraus macht, darf nicht mit Verständnis rechnen.“

S. 179: „ Tiere moralisch zu bewerten ist sinnlos. Sie sind, was sie sind. Anders als wir, die wir ständig etwas zu sein vorgeben.“

S. 183: „Je mehr die Toleranz beschworen wurde, umso stärker nahm sie ab.“

Thema: Lieblingsstellen
DoraLupin kommentierte am 05. September 2021 um 17:12

Eine richtige Lieblingsstelle habe ich gar nicht, da sich das Buch als ganzes einfach so großartig anfühlt!

Thema: Lieblingsstellen
flowers.books kommentierte am 06. September 2021 um 07:42

Sie weiß, was da draußen los ist. Der hart umkämpfte Partnermarkt verlangt den Suchenden einiges ab. Die »Ware« ist gebraucht und beschädigt. Sie hat Schrullen und Macken, Krankheiten und Ängste, und es fehlt ihr in der Regel an Flexibilität. Wer mit fünfzig noch einmal von vorn beginnt, findet Menschen, die mit anderen gewachsen, von anderen geformt worden sind – zurechtgebogen, zurechtgestutzt und nicht mehr bereit, sich ein weiteres Mal zu biegen oder biegen zu lassen. Auch Peter und sie würden wollen, dass man sie nimmt, wie sie sind.

Thema: Lieblingsstellen
gagiju kommentierte am 09. September 2021 um 12:36

Ungerührt schauen sie später dem Storch beim Fressen zu; Selma macht
ein paar Fotos mit ihrem Telefon und sagt völlig unvermittelt: »Eigentlich könnten wir noch ein paar Tage bleiben.«
Peter hebt langsam den Kopf. Dann antwortet er mit ruhiger
Bestimmtheit: »Nein.«
Weiter nichts. Nur dieses klare, allumfassende Nein.

 

Er nannte Schlechtes schlecht und Gutes gut und sagte niemals sozusagen.

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